Guatemaltekische Paramilitärs wegen Versklavung von Frauen verurteilt

Mexiko-Stadt, Guatemala-Stadt - Ein guatemaltekisches Gericht hat am Montag (Ortszeit) fünf ehemalige Paramilitärs zu einer Haftstrafe von je 30 Jahren verurteilt, weil sie zwischen 1981 und 1985 insgesamt 36 indigene Frauen vergewaltigt haben. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Männer ihre Opfer versklavt sowie systematisch vergewaltigt haben. Bei den Taten handele es sich um Verbrechen gegen die Menschlichkeit, zitiert die Zeitung „Prensa Libre“ aus dem Urteil.

Die Männer waren bereits 2011 angezeigt worden. Das Verfahren begann aber erst am 5. Januar des laufenden Jahres. Die 36 betroffenen Frauen des Maya-Volks Achí im Departement Baja Verapaz nahmen als Klägerinnen an dem Prozess teil, zudem wurden mehrere Gutachter angehört. Die Angeklagten sitzen bereits in einem Militärgefängnis ein und erfuhren von dem Urteil über eine Videokonferenz. Bereits 2016 waren zwei ehemalige Militärs zu 120 beziehungsweise 240 Jahren Haft verurteilt worden, unter anderem weil sie Frauen sexuell versklavt hatten.

Die jetzt verurteilten Verbrechen wurden während des guatemaltekischen Bürgerkriegs (1960-1996) begangen. Die paramilitärischen Selbstverteidigungskräfte (PAC) wurden damals von der Armee gegründet, um gemeinsam gegen die linke Guerilla vorzugehen. Dem Krieg in dem zentralamerikanischen Land fielen mindestens 200.000 Menschen zum Opfer.

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