Medica Mondiale fordert von Außenpolitik mehr Hilfe für Gewaltopfer

Köln - Die Frauenrechtsorganisation Medica Mondiale appelliert an die Bundesregierung, sich außenpolitisch stärker für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen in Konfliktgebieten zu engagieren. In vielen Regionen der Welt nehme mit jeder Welle von militärischer Gewalt sexualisierte Kriegsgewalt zu, aktuell unter anderem in der Ukraine, dem Kongo und Äthiopien, erklärte die Gründerin der Hilfsorganisation, Monika Hauser, am Donnerstag in Köln. Zum allergrößten Teil seien es Frauen und Mädchen, die vergewaltigt und verschleppt, versklavt oder zur zu Heirat oder Schwangerschaft gezwungen würden.

„Es braucht jetzt einen Wandel in der Außen- und Sicherheitspolitik“, mahnte Hauser anlässlich des internationalen Tags zur Beseitigung von sexualisierter Gewalt in Konflikten am kommenden Sonntag (19. Juni). „Menschliche Sicherheit und die Rechte und Belange von Frauen müssen in den politischen Fokus rücken.“

Wertvolle Expertise von Frauen wird ignoriert

Hauser beklagte, dass Frauenrechtsgruppen in Kriegsgebieten wie der Ukraine immer noch zu wenig Wertschätzung erführen. „Allzu oft wird ihre wertvolle Expertise ignoriert“, kritisierte sie. Auch fehlten ihnen Mittel, um niedrigschwellige Beratungsstellen und Unterstützungsstrukturen für Gewaltopfer auszubauen. „Die internationale Gemeinschaft und auch die Bundesregierung muss lokale Frauenorganisationen und Aktivistinnen in Krisenregionen finanziell und politisch unterstützen“, forderte Hauser.

Die gebürtige Schweizerin und Fachärztin für Frauenheilkunde hatte während des Bosnienkrieges Mitte der 1990er Jahre im ehemaligen Jugoslawien die Frauenrechtsorganisation gegründet, um dort Hilfen für vergewaltigte Frauen mit aufzubauen. Medica Mondiale engagiert sich heute unter anderem in Afghanistan, im Irak, in der Demokratischen Republik Kongo und Liberia. In der Ukraine ist die Organisation seit Beginn des russischen Angriffskriegs mit lokalen Frauenrechtsorganisationen im Austausch und bietet dort spezialisierte Trainings für die psychologische und gesundheitliche Begleitung gewaltbetroffener Frauen in der Kriegssituation an.