Philippinen: Ferdinand Marcos Junior als Präsident vereidigt

Frankfurt a.M./Manila - Auf den Philippinen ist Ferdinand Marcos Junior als 17. Präsident des Landes vereidigt worden. Die Zeremonie vor dem Nationalmuseum in Manila fand unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt, wie der philippinische Sender „ABS-CBN“ am Donnerstag auf seiner Webseite berichtete.

Diktatorensohn Ferdinand „Bongbong“ Marcos (64) hatte die Wahlen vom 9. Mai klar gewonnen. Damit kehrt der Familienclan um den früheren Despoten Ferdinand Marcos 36 Jahre nach dessen Sturz in den Malacañang-Palast, den Regierungssitz, zurück. Gegen die Amtseinführung protestierten Menschenrechtsaktivisten und Überlebende der Diktatur unter dem Vater von „Bongbong“ Marcos.

Befürchtungen vor einem Rückfall in die dunkle Vergangenheit

Die Kritiker werfen dem neuen Staatschef vor, er habe sich nie von den Verbrechen während der Herrschaft seines Vater mit Tausenden Toten, Folteropfern und Entführten distanziert. Stattdessen hätten er und sein Wahlkampfteam es darauf angelegt, die kleptokratische Diktatur und Tyrannei als „goldene Ära“ reinzuwaschen.

Viele fürchten nun einen endgültigen Rückfall in die dunkle Vergangenheit. „Bongbong“ Marcos übernimmt bereits ein Land, das durch den brutalen „Anti-Drogen-Krieg“ seines Vorgängers Rodrigo Duterte mit mehreren Zehntausend Todesopfern am Abgrund zur Diktatur steht. Dutertes Tochter Sara wird das Land gemeinsam mit Marcos Junior als dessen Vizepräsidentin regieren.