Weiter Gewalt gegen UN-Mission im Ostkongo

Frankfurt a.M./Goma - Die Gewalt gegen die UN-Friedensmission im Osten der Demokratischen Republik (DR) Kongo hält an. In der Stadt Beni in der Provinz Nord-Kivu hätten Protestierende am Donnerstag eine Basis der Monusco-Mission mit Benzinbomben angegriffen, sagte ein UN-Sprecher am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) in New York. Auch in anderen Städten sei es zu teils gewaltsamen Protesten gekommen. Den Angaben zufolge sollen sich in der Stadt Butembo auch Kämpfer der Mai-Mai-Milizen unter die Demonstranten gemischt haben.

Seit Anfang der Woche kommt es in mehreren Städten in den östlichen Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu zu Protesten und Gewalt gegen die dort stationieren Blauhelme. Hintergrund ist die sich seit Monaten verschlechternden Sicherheitslage in der Region. Die Demonstrantinnen und Demonstranten werfen der UN-Mission vor, keine Befriedung der konfliktreichen Region zu erreichen.

Am Dienstag waren bei den Protesten zwei indische Polizisten und ein marokkanischer Soldat getötet sowie mehrere Blauhelme verletzt worden. Medienberichten zufolge wurden auch mehrere Protestierende getötet. Die UN, die EU und auch die Afrikanische Union (AU) haben die Gewalt gegen die Friedensmission verurteilt, die seit mehr als 20 Jahren in dem zentralafrikanischen Land ist. Unter anderem in Goma, der Hauptstadt von Nord-Kivu, habe sich die Lage am Donnerstag etwas entspannt, sagte der UN-Sprecher.

Die UN-Mission Monusco hat unter anderem den Schutz von Zivilistinnen und Zivilisten zum Auftrag. Mit etwa 14.000 Soldaten zählt sie zu den größten UN-Missionen. Trotz der Truppenpräsenz hat sich die Sicherheitslage im Ostkongo zuletzt verschlechtert. Auch die Angriffe der bereits für besiegt erklärten Rebellengruppe M23 nehmen wieder zu. In der Region kämpfen Dutzende Gruppen um Macht und Anteile an den reichen Bodenschätzen. Zehntausende Menschen sind auf der Flucht.