Waffenruhe im Jemen um zwei weitere Monate verlängert

Frankfurt a.M./Amman - Die Konfliktparteien im Jemen haben sich auf eine erneute Verlängerung der Waffenruhe geeinigt. Sie soll für zwei weitere Monate bis zum 2. Oktober gelten, wie der UN-Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, am Dienstagabend in Amman mitteilte. Mit der Verlängerung hätten die Parteien auch ihre Bereitschaft erklärt, die Verhandlungen über eine „erweiterte Waffenruhe“ zu intensivieren. Die EU begrüßte die Einigung.

Grundberg zufolge sieht der Vorschlag zu einem erweiterten Abkommen Regelungen zur Auszahlung von Beamtengehältern, die Öffnung von Straßen und weiteren Flughäfen vor. Er würde auch ermöglichen, über einen landesweiten Waffenstillstand sowie humanitäre und wirtschaftliche Fragen zu verhandeln. Den Konfliktparteien sei der Vorschlag vorgelegt worden und sie hätten bereits „substanzielle Kommentare“ gemacht.

Ein Sprecher der EU-Kommission begrüßte die Verlängerung der Waffenruhe und forderte zugleich weitere Schritte. Die Konfliktparteien müssten sich konstruktiv mit dem Vorschlag des UN-Sondergesandten auseinandersetzen, sagte er. Die EU werde weiterhin mit allen Parteien zusammenarbeiten und den UN-Sonderbeauftragten unterstützen, um eine politische Lösung für den Konflikt in Jemen zu finden.

Die längste Phase der Ruhe seit Beginn des Krieges

Der US-amerikanische Außenminister Antony Blinken begrüßte die Einigung ebenfalls. Die Anfang April in Kraft getretene Waffenruhe sei die längste Phase der Ruhe seit Beginn des Krieges, betonte Blinken auf Twitter.

In dem seit sieben Jahren anhaltenden Krieg mit Zehntausenden Toten und Verletzten kämpfen die Huthi-Rebellen gegen die international anerkannte Regierung. Saudi-Arabien unterstützt die Regierung mit seiner Luftwaffe. Die Huthi-Rebellen erhalten Hilfe vom Iran. Anfang April trat eine vom UN-Sonderbeauftragte Grundberg mit ausgehandelte zweimonatige Waffenruhe in Kraft, die zunächst bis zum 2. August verlängert wurde.

Die Bevölkerung im Jemen wird auch von Armut, Hunger und Krankheiten wie Covid-19 geplagt. Zeitweise bezeichneten die UN die Lage in dem Land auf der arabischen Halbinsel als die schwerste humanitäre Krise weltweit.