Äquatorialguinea schafft die Todesstrafe ab

Nairobi/Malabo - In Äquatorialguinea kann niemand mehr mit dem Tod bestraft werden. Am Montagabend unterzeichnete Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo ein neues Strafgesetzbuch, anschließend wurde die Nachricht im Staatsfernsehen verkündet. Zuletzt war die Todesstrafe 2014 vollstreckt worden.

Mbasogo regiert das kleine Land in Westafrika seit 1979. Sein Sohn ist Vizepräsident und erklärte auf Twitter: „Ein historischer und denkwürdiger Tag für unser Land, was die Achtung der Menschenrechte anbelangt“. Ob die Entscheidung wegweisend ist für die Menschenrechtslage der rund 1,5 Millionen Einwohner insgesamt, ist fraglich. Erst im August hatte Amnesty International willkürliche Verhaftungen tausender junger Männer angeprangert.

Weltweit können in mehr als 70 Ländern Menschen für Verbrechen unterschiedlicher Art zum Tode verurteilt werden. 2021 hat Amnesty International 569 vollstreckte Todesstrafen in 18 Ländern registriert, 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten Verurteilten wurden in China hingerichtet.