Aktivistin fordert Mitsprache afrikanischer Länder in Klimakrise

Frankfurt a.M./Scharm el Scheich - Bei der Bewältigung der Folgen der Erderwärmung dringen Klimaschützerinnen und -schützer auf mehr Mitsprache afrikanischer Länder. Afrika habe die geringsten CO2-Emissionen und doch spüre der Kontinent die Auswirkungen der Klimakrise enorm, sagte die nigerianische Aktivistin Adenika Oladosu am Donnerstag bei einer Diskussion im Rahmen der Weltklimakonferenz in Scharm el Scheich. „In Afrika ist der Klimawandel bereits eine Sicherheitsbedrohung.“ Deshalb sei es wichtig, dass im UN-Sicherheitsrat eine afrikanische Stimme dauerhaft vertreten sei.

Zu den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Gremiums zählen China, Frankreich, Russland, Großbritannien und die USA. Zehn andere Staaten sind jeweils für einen Zeitraum von zwei Jahren Teil des Sicherheitsrats. Ein afrikanisches Land ist unter den ständigen Mitgliedern, die auch ein Vetorecht haben, nicht vertreten.

Viele Versprechen, wenig umgesetzt

Oladosu, die Fridays for Future in Nigeria mit initiiert hat, sagte, sie habe auch bei dieser Weltklimakonferenz wieder viele Versprechen gehört. Der wichtigste Teil sei jedoch die Umsetzung. Das passiere zu wenig, sagte Oladosu mit Blick auf die derzeitigen Überschwemmungen in ihrer Heimat. Bei der Podiumsdiskussion der Entwicklungsorganisation One, an der auch die deutsche Klima-Aktivistin Luisa Neubauer teilnahm, ging es um die Auswirkungen der Klimakrise auf den Globalen Süden und mögliche Antworten.

Delegierte aus mehr als 190 Ländern verhandeln noch bis zum 18. November bei der Weltklimakonferenz im ägyptischen Scharm el Scheich über Maßnahmen gegen die Erderwärmung. Einer der Schwerpunkte ist das Thema „Loss and Damage“, also Verluste und Schäden. Dabei geht es um mögliche Zahlungen an arme Länder zum Ausgleich klimabedingter Schäden und Verluste.