Schutzschirm gegen Klimarisiken für arme Länder gestartet

Scharm el Scheich - Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat gemeinsam mit einigen besonders von der Erderwärmung betroffenen Staaten einen „Schutzschirm“ gegen Klimarisiken gestartet. Auf der Weltklimakonferenz in Scharm el Scheich sagte sie am Montag, Deutschland sehe die weltweiten Probleme und handele. Sie betonte zugleich, das Programm sei keine Taktik, um formale Verhandlungen über eine finanzielle Kompensation bei klimabedingten Verlusten und Schäden - etwa durch Überschwemmungen oder Extremwetter - zu vermeiden. Es gebe nicht die eine Lösung, sondern es brauche eine Vielzahl von Lösungen.

Der ghanaische Finanzminister Ken Ofori-Atta sagte, ein solcher Schutzschirm sei längst überfällig. Bei einer per Video-Schalte übertragenen Botschaft forderte er zudem einen „Marshallplan“ gegen die Klimakrise. Denn es stelle sich nicht die Frage, wer für die Klimaschäden bezahlt, „wir tun es schon“.

Bei dem sogenannten Schutzschirm handelt es sich um Versicherungen, über die klimabedingte Schäden in ärmeren Ländern ausgeglichen werden können. Darüber erhalten beispielsweise Kleinbauern, die durch Starkregen ihre Ernte verloren haben, einen finanziellen Ausgleich, damit sie nicht ihr Hab und Gut verkaufen müssen. Es ist eine gemeinsame Initiative der sieben wichtigsten demokratischen Industriestaaten (G7) mit besonders stark bedrohten Ländern (V20).

In der vergangenen Woche hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) angekündigt, dass Deutschland für Projekte zur Klimarisikofinanzierung 170 Millionen Euro zur Verfügung stellt - in den Schutzschirm fließen davon 84 Millionen Euro. Andere Staaten, darunter Irland und Frankreich, steuern bislang mehr als 40 Millionen Euro bei. Die Umsetzung soll nach der Weltklimakonferenz beginnen, die ersten Teilnehmer sind Bangladesch, Costa Rica, Fidschi, Ghana, Pakistan, die Philippinen und der Senegal.