Regierung von Burkina Faso dringt auf Abzug der französischen Truppen

Frankfurt a.M./Ouagadougou - Die Regierung von Burkina Faso hat am Montag Berichte über einen möglichen Abzug der französischen Soldaten bestätigt. Ein Abkommen, das den Aufenthalt der Truppen in Burkina Faso ermöglicht, sei aufgekündigt worden, sagte Regierungssprecher Jean-Emmanuel Ouédraogo laut einem Bericht des französischen Auslandssenders RFI dem staatlichen Sender RTB.

Es gehe der Regierung nicht um ein Ende der diplomatischen Beziehungen, sagte Ouédraogo dem Bericht zufolge. Die französischen Soldaten seien auf Antrag von Burkina Faso in der Hauptstadt Ouagadougou stationiert. Eine mögliche Aufkündigung des Abkommens sei in diesem vorgesehen.

Laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur AIB von Samstag hatte die Regierung des westafrikanischen Krisenstaates das Militärabkommen bereits am 18. Januar aufgekündigt. Demnach sollen die französischen Truppen das Land innerhalb eines Monats verlassen. Zuletzt hatte es Proteste gegen die ehemalige Kolonialmacht gegeben. Laut Berichten sollen sich auch Söldner der Kreml-nahen Wagner-Gruppe in dem Land aufhalten.

Frankreich hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums insgesamt 3.000 Soldaten in der Sahelregion stationiert, die dort den grenzüberschreitenden Terrorismus bekämpfen sollen. Laut RFI beherbergt Burkina Faso knapp 400 Spezialkräfte.
Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Vor allem im Norden des Landes verüben islamistische Terrorgruppen immer wieder Anschläge auf Zivilisten und Sicherheitskräfte. Im vergangenen Jahr kam es in dem Staat mit etwa 21 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zu zwei Militärputschen. Im benachbarten Mali war Frankreich im August nach einem monatelangen Konflikt mit der dortigen Militärregierung abgezogen. Der malischen Regierung werden zunehmend enge Beziehungen zu Russland vorgeworfen.