Berlin/Bogotá - Ein Jugendgericht hat in Kolumbien den 15-jährigen Attentäter des rechten Präsidentschaftskandidaten Miguel Uribe zu sieben Jahren Haft verurteilt. Dies gab die Staatsanwaltschaft am Mittwoch (Ortszeit) bekannt. Der Attentäter hatte sich zuvor für schuldig erklärt. Die Verteidigung legte Berufung ein. Uribe war am 15. Juni bei einer Wahlveranstaltung in der Hauptstadt Bogotá angeschossen worden und erlag am 10. August seinen Verletzungen.
Der Anwalt der Familie Uribe kritisierte die dem Urteil zugrundeliegende Gesetzgebung. Nach Jugendstrafrecht sei es eine der höchsten möglichen Strafen, sagte Víctor Mosquera bei einer Pressekonferenz. „Das geringe Haftmaß fördert, dass Jugendliche von Kriminellen ausgenutzt werden.“ Oppositionspolitiker forderten laut der Zeitung „El Tiempo“ eine Verschärfung des des Jugendstrafrechts.
Nach Angaben der Zeitung „El Tiempo“ wurden dem Täter für den Mord umgerechnet rund 4.200 Euro angeboten. Er habe das Geld allerdings nie erhalten. Die kolumbianische Regierung des linksgerichteten Präsidenten Gustavo Petro verurteilte gleich nach dem Anschlag das Verbrechen und machte Dissidenten der ehemaligen linken Farc-Guerilla verantwortlich.
Der ermordete Miguel Uribe war Mitglied der rechtskonservativen Partei Demokratisches Zentrum, die von Kolumbiens Ex-Präsidenten Álvaro Uribe angeführt wird. Die beiden Politiker mit gleichem Nachnamen sind nicht verwandt. Miguel Uribe gehörte im Senat zu den schärfsten Kritikern der Politik von Präsident Petro. Uribe war Enkel von Kolumbiens Ex-Präsident Julio César Turbay Ayala. Seine Mutter, die Journalistin Diana Turbay, wurde 1991 von der Drogenmafia entführt und ermordet.