Berlin - Frauen in Afghanistan werden nach Einschätzung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) unter der Herrschaft der islamistischen Taliban stark unterdrückt. Das führe aktuell zu einer „außerordentlich hohen Schutzwahrscheinlichkeit für Frauen und Mädchen aus Afghanistan“, wobei auch der Einzelfall in die Asylentscheidung miteinbezogen werde, sagte ein Sprecher des Flüchtlingsamts den Tageszeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag).
Frauen und Mädchen würden „nach unserer Beobachtung aktuell umfassend aus dem öffentlichen Leben verdrängt und in der Ausübung ihrer fundamentalen Menschenrechte eingeschränkt“, erklärte die Behörde in Nürnberg. In den vergangenen Monaten hätten vermehrt afghanische Frauen Anträge auf Asyl beim Bundesamt gestellt. Von Januar bis Ende Juli dieses Jahres gingen demnach insgesamt mehr als 9.590 Anträge von weiblichen afghanischen Staatsangehörigen ein. Vor allem die Zahl von erneut gestellten Anträgen, sogenannte Folgeanträge, stieg demnach stark an.
Die Bundesregierung will nach langen Diskussionen offenbar wieder Menschen aus Afghanistan mit einer Aufnahmezusage für Deutschland aus Pakistan einreisen lassen. Rund 2.000 Afghaninnen und Afghanen, die wegen ihrer Gefährdung unter dem Regime der Taliban eine Aufnahmezusage aus Deutschland erhalten haben, droht die Abschiebung aus Pakistan.