Berlin/Caracas (epd)- In Venezuela hat die neue Regierung nach eigenen Angaben „eine große Anzahl“ politischer Gefangener freigelassen. Mit dem Schritt wolle die Regierung das „friedliche Miteinander ungeachtet politischer, wirtschaftlicher und religiöser Differenzen stärken“, erklärte Parlamentspräsident Jorge Rodríguez am Donnerstagnachmittag (Ortszeit), wie die staatliche Nachrichtenagentur AVN meldete. Genaue Angaben zur Zahl der Entlassenen machte der Parlamentspräsident und Bruder der amtierenden Präsidentin Delcy Rodríguez nicht.
Die Generalsekretärin der nationalen Pressevereinigung, Canelón del Valle, erklärte auf der Plattform X, nach ihren Informationen sollten in den kommenden Tagen bis zu 400 Personen auf freien Fuß kommen. Die Organisation für Presse- und Meinungsfreiheit Espacio Público begrüßte die Maßnahme der Regierung. Auf X betonte Espacio Público zugleich, dass „die Freilassungen kein symbolischer Akt bleiben dürfen“. Die Regierung müsse künftig die internationale Menschenrechtscharta achten.
Nach dem US-Angriff und der Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro war am vergangenen Samstag dessen bisherige Stellvertreterin Delcy Rodríguez zur amtierenden Präsidentin ernannt worden. Seit 2013 hatte Maduro das Land zunehmend autoritär regiert. Er ging mit brachialer Gewalt gegen Demonstrationen vor, wobei über tausend Personen in politischer Haft saßen.
Bereits vor der militärischen Intervention der USA hatte das Regime vereinzelt Freilassungen angekündigt. Nach dem Angriff hatten Menschenrechtsorganisationen kritisiert, dass die Verfolgung von Oppositionellen fortgesetzt werde.