2025 laut EU-Klimadienst Copernicus drittwärmstes Jahr

2025 war laut EU-Klimadienst Copernicus das drittwärmste jemals gemessene Jahr. Damit werde das international vereinbarte 1,5-Grad-Ziel erstmals im Dreijahresschnitt gerissen.

Bonn - Das vergangene Jahr ist nach Daten des EU-Klimadienstes Copernicus das drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Laut den am Mittwoch in Bonn veröffentlichten Daten war es 2025 mit einer globalen Durchschnittstemperatur von 14,97 Grad Celsius nur geringfügig kühler als in den Rekordjahren 2024 und 2023. Erstmals hätten die globalen Temperaturen im Dreijahresschnitt 2023 bis 2025 damit um mehr als 1,5 Grad Celsius über dem Niveau der vorindustriellen Zeit gelegen, hieß es.

Den Daten zufolge waren die vergangenen elf Jahre zudem die elf wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Copernicus-Direktor Carlo Buontempo sprach von einem weiteren „Beweis für den unverkennbaren Trend zu einem heißeren Klima“. Die Welt nähere sich rasch der im Pariser Abkommen festgelegten langfristigen Temperaturgrenze, sagte Buontempo und warnte: „Wir werden sie zwangsläufig überschreiten.“ Nun stelle sich die Frage, wie man damit am besten umgehen könne.

Hitzewellen, Starkregen, Wirbelstürme

Die Staatengemeinschaft hatte sich im Pariser Klimaabkommen von 2015 vorgenommen, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf möglichst 1,5 Grad Celsius im Vergleich zu der Zeit vor der Industrialisierung zu begrenzen. Eine dauerhafte Überschreitung hätte weltweit schwerwiegende Folgen, etwa weil Hitzewellen oder andere Extremwettereignisse wie Starkregen und Wirbelstürme zunähmen. Auch sind viele Ökosysteme gefährdet.

Entscheidend für das 1,5-Grad-Ziel ist die langjährige Durchschnittstemperatur. Laut Umweltbundesamt wird in der Regel ein Mittelwert von 20 bis 30 Jahren herangezogen. Um das Ziel in Reichweite zu halten, müsste der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) deutlich sinken, was bisher nicht der Fall ist.

2025 unter 1,5 Grad

Vergangenes Jahr blieb laut den Copernicus-Daten für sich genommen mit einer Erwärmung um 1,47 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zwar knapp unter der 1,5-Grad-Marke, 2024 lag mit einer Erhitzung um 1,6 Grad jedoch deutlich darüber. Für 2023, das zweitwärmste jemals registrierte Jahr, wurde ein Anstieg um 1,48 Grad gemessen. Daraus ergibt sich für die vergangenen drei Jahre eine durchschnittliche globale Erwärmung um knapp 1,52 Grad.

Die Strategische Leiterin für Klima beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW), Samantha Burgess, äußerte sich besorgt. Das aktuelle Niveau der Erderwärmung werde auf 1,4 Grad geschätzt, sagte Burgess. Wenn sich die Erwärmungsrate der vergangenen 15 Jahre fortsetze, könnte die 1,5-Grad-Grenze bereits bis Ende dieses Jahrzehnts überschritten sein.

Hohe Meerestemperaturen

Neben den klimaschädlichen Treibhausgasen in der Atmosphäre sind dem Bericht zufolge die hohen Meeresoberflächentemperaturen dafür verantwortlich, dass die vergangenen drei Jahre außergewöhnlich warm waren. Dies hänge mit dem Wettphänomen El Niño und „anderen Faktoren der Ozeanvariabilität“ zusammen, die durch den Klimawandel verstärkt worden seien. Zudem verwiesen die Fachleute auf Veränderungen in der Menge der Aerosole, niedrige Wolken sowie Schwankungen in der atmosphärischen Zirkulation.

Die Daten zu den Klima-Highlights 2025 wurden vom EZMW veröffentlicht. Dieses betreibt im Auftrag der EU-Kommission den Copernicus-Dienst zum Klimawandel.

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