Friedensnobelpreisträgerin Machado übergibt Medaille an Trump

Offiziell bleibt die Venezolanerin Trägerin des Friedensnobelpreis. Bei einem Treffen mit dem US-Präsidenten erklärte sie ihre Bereitschaft, die demokratische Öffnung des Landes zu führen.

Berlin/Washington - Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin Maria Machado hat ihre Medaille an US-Präsident Donald Trump weitergegeben. Das teilte ihre Partei Vente Venezuela nach einem Treffen Machados mit Trump am Donnerstag (Ortszeit) mit. Das Weiße Haus veröffentlichte ein Foto, auf dem der US-Präsident lächelnd die gerahmte Medaille des Friedensnobelpreises in den Händen hält.

Offiziell bleibt Machado Trägerin des Friedensnobelpreises. Das Nobelkomitee in Stockholm hatte erklärt, dass die Auszeichnung weder aberkannt noch an eine andere Person übertragen werden könne.

„Demokratische Würde“

In der Mitteilung von Vente Venezuela heißt es, der Nobelpreis sei Trump als Zeichen der Verbundenheit zwischen Venezuela und den USA sowie der „gemeinsamen Werte von Freiheit, Unabhängigkeit und demokratischer Würde“ übergeben worden. Damit wolle man dem US-Präsidenten für seinen Einsatz für Venezuela danken. Machado erklärte demnach, ihre Partei sei bereit, einen demokratischen Wandel in dem südamerikanischen Land anzuführen.

Trump äußerte sich nicht weiter zur Übergabe der Medaille. Vor dem Treffen mit Machado führte er ein Telefongespräch mit der amtierenden venezolanischen Präsidentin Delcy Rodríguez. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump anschließend, beide hätten „gute Fortschritte bei der Stabilisierung und wirtschaftlichen Erholung Venezuelas“ erzielt.

Trump setzt nicht auf Machado

Nach dem US-amerikanischen Angriff auf Venezuela und der Inhaftierung des bisherigen Staatsoberhaupts Nicolás Maduro und seiner Ehefrau Cilia Flores hatte Trump Machado entgegen früheren Zusagen die Möglichkeit abgesprochen, die Führung des Landes zu übernehmen. Zur Begründung erklärte Trump, sie verfüge vor Ort nicht über den nötigen Rückhalt. Stattdessen soll die Vizepräsidentin unter Maduro, Delcy Rodríguez, das Land politisch und wirtschaftlich öffnen.

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