Kürzungen und Gewalt verschärfen laut UN Hunger in Ländern Afrikas

Rund 55 Millionen Menschen in West- und Zentralafrika werden in diesem Jahr hungern. Das Welternährungsprogramm braucht Hunderte Millionen Euro, um die Not zu lindern.

Genf - In West- und Zentralafrika droht laut dem UN-Welternährungsprogramm (WFP) eine Verschärfung der Hungerkrise. Rund 55 Millionen Menschen in Nigeria und anderen Ländern der Region würden in diesem Jahr unter Hunger leiden, erklärte das WFP am Freitag in Genf.

Die internationalen Kürzungen für die humanitäre Hilfe sowie Konflikte und wirtschaftliche Not verschlimmerten die Lage der Menschen, erklärte Sarah Longford, stellvertretende WFP-Regionaldirektorin für West- und Zentralafrika. Das WFP benötigt in den nächsten sechs Monaten mehr als 453 Millionen US-Dollar (390 Millionen Euro), um weiterhin lebensrettende humanitäre Hilfe in der gesamten Region leisten zu können.

Hunger führt zu Gewalt

In Nigeria, Kamerun, Tschad und Niger sei die Hungerkrise besonders ausgeprägt, in den vier Staaten lebten 77 Prozent der Hungernden, hieß es. In Kamerun drohe ohne Finanzmittel mehr als einer halben Million schutzbedürftiger Menschen in den kommenden Wochen der Entzug lebensrettender Hilfe. In Nigeria werde das WFP im Februar nur 72.000 Menschen erreichen können, was einen drastischen Rückgang gegenüber den 1,3 Millionen Menschen darstellt, die 2025 Hilfe empfangen hätten. Der Hunger stürze besonders junge Menschen in Verzweiflung und könne sie zu Gewalt verleiten.

 

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