Berlin/Caracas - Venezuelas amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez rechnet mit einer Lockerung der US-Sanktionen. Freigegebene Gelder sollten zur Verbesserung des öffentlichen Gesundheitswesens, der Gasförderung und des Stromnetzes verwendet werden, sagte Rodríguez laut der staatlichen Nachrichtenagentur AVN am Dienstag (Ortszeit). Zugleich kündigte Rodríguez die Einrichtung eines Mechanismus an, mit dem eine transparente Verwendung der Gelder sichergestellt werden solle.
Die USA hatten das südamerikanische Land erstmals 2005 mit Sanktionen belegt. Sie warfen der damaligen sozialistischen Regierung unter Hugo Chávez antidemokratisches Verhalten vor. Die Sanktionen wurden mehrfach verschärft, unter anderem wurden Vermögenswerte der Regierung in den USA eingefroren.
Schwere Wirtschaftskrise
Auch infolge der Sanktionen leidet das Land unter einer schweren Wirtschaftskrise. Laut dem unabhängigen venezolanischen Finanzobservatorium lebten 2024 rund 86 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Die venezolanische Regierung unterhält enge wirtschaftliche Beziehungen unter anderem mit Kuba, Russland und dem Iran.
Die USA hatten Venezuela nach monatelangen Drohungen Anfang Januar angegriffen und Präsident Nicolás Maduro mitsamt seiner Ehefrau Cilia Flores festgenommen. Die Militäroperation wird international als völkerrechtswidrig kritisiert. Rodríguez, die bislang Maduros Vizepräsidentin war, hat nach Druck durch US-Präsident Donald Trump den USA umfassende Öllieferungen zugesichert. Venezuela besitzt die weltweit größten Ölreserven.