Erdölgeschäfte: USA lockern Sanktionen gegen Venezuela

Berlin/Caracas. Nach dem US-Angriff auf Venezuela haben beide Regierungen den Weg für Erdöl-Geschäfte freigemacht. Venezuela hat ein Gesetz beschlossen, die USA erste Sanktionen gegen Venezuela aufgehoben. Damit könnten US-Unternehmen wieder mit Erdöl aus Venezuela handeln, erklärte das Finanzministerium am Donnerstag (Ortszeit). Voraussetzung sei, dass dies nach US-amerikanischem Recht geschehe und die beteiligten Bankkonten in den USA lägen. Gleichzeitig setzte die venezolanische Regierung eine Gesetzesreform in Kraft, die es privaten Firmen wieder ermöglicht, unabhängig vom staatlichen Ölkonzern PDSVA Erdöl zu fördern.

Die USA haben das sozialistisch regierte Land erstmals 2005 mit Sanktionen belegt. Anfang Januar schließlich griff das US-Militär Venezuela nach monatelangen Drohungen an und nahm Präsident Nicolás Maduro sowie seine Ehefrau Cilia Flores fest.

US-Außenminister Marco Rubio feierte die Öffnung des venezolanischen Ölsektors. „Dies wäre mit Maduro an der Macht nicht möglich gewesen“, sagte er laut dem US-Fernsehsender ABC-News.

Venezuela hat die weltweit größten Ölreserven

Die amtierende Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, begrüßte laut Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur AVN die Gesetzesreform, ohne sie jedoch in Verbindung mit der Lockerung von Sanktionen zu setzen. Die Reform sei bereits mit Maduro geplant gewesen, sie „bekräftige die Souveränität über unsere Energieressourcen“, sagte sie laut AVN vor Arbeiterinnen und Arbeitern der Erdölindustrie.

Die US-Militär-Aktion Anfang des Jahres wird international als völkerrechtswidrig und vor allem wegen eines Zugangs zum venezolanischen Erdöl motiviert kritisiert. Interimsstaatschefin Rodríguez, die bislang Maduros Vizepräsidentin war, hat nach Druck durch US-Präsident Donald Trump den USA umfassende Öllieferungen zugesichert. Venezuela besitzt die weltweit größten Ölreserven.

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