Angriff auf Krankenhaus von "Ärzte ohne Grenzen" im Südsudan

"Ärzte ohne Grenzen" melden inmitten der Kämpfe im Südsudan einen Luftangriff auf ein Krankenhaus. Die Hilfsorganisation war die einzige Anlaufstelle für Zigtausende Menschen in der Region.

Nairobi/Juba - Im Südsudan ist bei einem Luftangriff ein Krankenhaus von „Ärzte ohne Grenzen“ getroffen worden. Bei dem nächtlichen Angriff von Regierungstruppen sei ein Lager zerstört und ein Mitarbeiter verletzt worden, erklärte die Hilfsorganisation am Mittwoch. Ein Großteil der für die medizinische Versorgung notwendigen Güter sei verloren. Ein weiteres Gesundheitszentrum in der Region Jonglei sei am Dienstag geplündert worden. „Ärzte ohne Grenzen“ war nach eigenen Angaben der einzige Anbieter von Gesundheitsversorgung für rund 250.000 Menschen in der Region.

Die Patienten und Mitarbeiter aus dem Krankenhaus in Lankien seien bereits am Dienstag evakuiert worden, weil die Spannungen zugenommen hätten, erklärte die Organisation. Die Regierung hatte im Januar eine Offensive in Jonglei angekündigt und Zivilisten zur Evakuierung aufgefordert. Truppen des wegen Hochverrats angeklagten Vizepräsidenten Riek Machar kontrollieren Gebiete in Jonglei, die die Armee zurückerobern will. Die genauen Standorte der Krankenhäuser seien mit den Kriegsparteien geteilt worden, um sie zu schützen, betonte „Ärzte ohne Grenzen“.

Warnung vor Hungerkrise

Allein seit Jahresbeginn sollen 250.000 Menschen durch die Kämpfe vertrieben worden sein. UN-Generalsekretär António Guterres warnte vor der Gefahr massiver Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Seit Dezember haben Hilfsorganisationen nur eingeschränkt Zugang zu der Region, das Welternährungsprogramm warnte vor einer Hungerkrise.

Nach der Unabhängigkeit des Südsudans vom Sudan 2011 begann ein Bürgerkrieg, der 2018 mit einem Abkommen zwischen den Konfliktparteien endete. Salva Kiir wurde Präsident, sein Rivale Machar Vizepräsident. Der Machtkampf begann jedoch erneut. Im September wurde Machar wegen Hochverrats angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, Angriffe auf eine Militärbasis koordiniert zu haben.

Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!
„welt-sichten“ schaut auf vernachlässigte Themen und bringt Sichtweisen aus dem globalen Süden. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Warum denn das?
Ja, „welt-sichten“ ist mir etwas wert! Ich unterstütze es mit
Schon 3 Euro im Monat helfen
Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!