Genf - Das finanziell stark angeschlagene UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hat internationale Geber zur freiwilligen Zahlung von 400 Millionen US-Dollar (339 Millionen Euro) für das laufende Jahr gebeten. Ohne das Geld müsse der weltweite Kampf für die Menschenrechte weiter eingeschränkt werden, warnte der Hochkommissar, Volker Türk, am Donnerstag in Genf.
Aufgrund der Finanzkrise habe das Hochkommissariat bereits 300 von insgesamt 2.000 Mitarbeitenden entlassen. Zudem habe die Behörde ihre Büros in 17 Ländern geschlossen oder drastisch verkleinert. Programme für bedrohte oder marginalisierte Gemeinschaften seien eingestellt worden. Betroffen seien Länder von Kolumbien über Guinea-Bissau bis Tadschikistan.
Unsicherheit über Zuschüsse von den Vereinten Nationen
Für 2026 habe die Vollversammlung der Vereinten Nationen einen regulären Haushalt des Hochkommissariats in Höhe von 224 Millionen US-Dollar (190 Millionen Euro) genehmigt. Dieses Geld soll aus dem regulären Budget der UN fließen. Der Betrag liege um zehn Prozent unter dem Zuschuss für 2025. Angesichts der Liquiditätskrise der gesamten UN bestehe Unsicherheit, ob das Hochkommissariat den Betrag tatsächlich erhalten werde.
Das Hochkommissariat finanziert seine Untersuchungskommissionen und weitere Aktivitäten traditionell auch aus freiwilligen Beiträgen der Mitgliedsländer und anderer Geber.
US-Präsident Donald Trump hatte bei seinem Amtsantritt im Januar 2025 die Aussetzung oder Streichung der Gelder für humanitäre Zwecke und Menschenrechte beschlossen. Zudem schulden die USA den UN hohe Mitgliedsbeiträge. Die USA sind nominell der größte Zahler der UN. Auch andere Länder schränkten ihre Überweisungen an UN-Einrichtungen ein.