UN-Hochkommissar: Gewalt in Äthiopiens Region Tigray muss enden

In Äthiopiens nördlicher Region Tigray droht erneut ein blutiger Krieg. Im letzten Konflikt von 2020 bis 2022 starben Hunderttausende Menschen.

Genf - Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat die Konfliktparteien in Äthiopiens Region Tigray dringend zum Ende der Gewalt aufgerufen. Unter den Kämpfen zwischen der äthiopischen Armee und regionalen Streitkräften leide vor allem die Bevölkerung in Tigray, erklärte Türk am Dienstag in Genf.

Türk verlangte eine politische Lösung der Krise, um einen neuen großen Krieg wie zwischen 2020 und 2022 zu vermeiden. Die Verantwortlichen für Grausamkeiten müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Die Zusammenstöße zwischen den äthiopischen Nationalen Verteidigungskräften (ENDF) und den regionalen Tigray-Sicherheitskräften (TSF) hätten sich am 26. Januar verschärft, insbesondere in den Gebieten Tselemti und Laelay Tselemti im Nordwesten Tigrays.

Einsatz von schweren Waffen und Drohnen

Beide Seiten hätten Drohnen, Artillerie und andere schwere Waffen eingesetzt. Es sei berichtet worden, dass sowohl die ENDF als auch die TSF während der Zusammenstöße und danach Menschen festgenommen und inhaftiert hätten.

Türk erinnerte an den blutigen Konflikt in der Region von 2020 bis 2022 zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), der mit einem Friedensabkommen endete.

In dem Krieg wurden nach Schätzungen der Afrikanischen Union bis zu 600.000 Menschen getötet. Mehr als zwei Millionen Menschen wurden laut Türk damals vertrieben. Noch immer irrten mehr als eine Million Binnenflüchtlinge durch die Region.

Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!
„welt-sichten“ schaut auf vernachlässigte Themen und bringt Sichtweisen aus dem globalen Süden. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Warum denn das?
Ja, „welt-sichten“ ist mir etwas wert! Ich unterstütze es mit
Schon 3 Euro im Monat helfen
Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!