Juba, Genf - Im Südsudan leidet laut dem Roten Kreuz vor allem die Zivilbevölkerung unter der neu entfachten Gewalt. Zehntausende Menschen seien seit Ende 2025 vor den Kämpfen geflüchtet, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Donnerstag in der Hauptstadt Juba mit. Die Gefechte tobten verschärft in den Bundesstaaten Jonglei, Eastern Equatoria und Central Equatoria.
Die Menschen seien in überflutetem Gelände unterwegs, wüssten nicht, wo sie die nächste Mahlzeit finden könnten und seien gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt, hieß es. Seit der Verschärfung des Konflikts habe das IKRK mehr als 600 Operationen an Patienten mit Schussverletzungen vorgenommen.
Eskalierter Machtkampf
Nach der Unabhängigkeit des Südsudans vom Sudan 2011 begann ein Bürgerkrieg, der 2018 mit einem Abkommen zwischen den Konfliktparteien endete. Mit dem Kompromiss wurde eine gemeinsame Regierung von Präsident Salva Kiir und Vizepräsident Riek Machar gebildet, die sich zuvor in dem Konflikt gegenübergestanden hatten. Das Abkommen wurde wiederholt gebrochen. Der Machtkampf eskalierte erneut.
Nach Einschätzung des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) sind in diesem Jahr mehr als zehn Millionen Menschen im Südsudan auf Unterstützung angewiesen. Das sind rund zwei Drittel der Bevölkerung.