Unicef: Zahl der Kindersoldaten in Haiti um 200 Prozent gestiegen

Haiti ist durch eskalierende Bandengewalt und eine tiefe Wirtschaftskrise geprägt. Viele Kinder geraten in die Fänge der Gangstergruppen.

Genf, Köln - Die Zahl der Kindersoldaten in Haiti ist 2025 laut Unicef um etwa 200 Prozent gestiegen. Die Mädchen und Jungen würden von bewaffneten Banden verschleppt und eingesetzt, teilte das UN-Kinderhilfswerk am Donnerstag in Köln mit. 2024 registrierten die UN die Zahl von 302 Kindern, die in den kriminellen Gruppen in Haiti dienen mussten. Die meisten von ihnen wurden im Kampf eingesetzt, 256 waren Jungen, 46 Mädchen. Die genauen Zahlen für 2025 veröffentlichen die Vereinten Nationen im Bericht des UN-Generalsekretärs zu Kindern in bewaffneten Konflikten, der wie jedes Jahr im Juni erscheint.

Anlässlich des Welttages gegen den Einsatz von Kindersoldaten und Kindersoldatinnen ("Red Hand Day") warnte Unicef vor einer Ausbeutung von Minderjährigen. Mehr als 1,4 Millionen Menschen seien innerhalb des Karibiklandes vertrieben, über die Hälfte davon seien Kinder. Bandengewalt, Naturkatastrophen und extreme Armut ließen die Jungen und Mädchen in die Fänge der bewaffneten Gruppen geraten.

Kindersoldaten müssen frei kommen

Kinderrechte seien nicht verhandelbar, erklärte Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell. Jedes Kind, das von bewaffneten Gruppierungen rekrutiert oder eingesetzt worden sei, müsse freigelassen werden und Hilfe erhalten.

Haiti ist durch eskalierende Bandengewalt und eine tiefe Wirtschaftskrise geprägt. Allgemeine Wahlen sind derzeit für den 30. August geplant, aber nur wenige Haitianer halten dies für ein realistisches Ziel. 

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