Nationalisten sichern sich Erdrutschsieg in Bangladesch

Die nationalistische BNP hat die Parlamentswahlen in Bangladesch gewonnen. Ihr Vorsitzender Tarique Rahman wird vermutlich der erste gewählte Premierminister nach dem Sturz von Sheikh Hasina.

Mumbai/Dhaka - Bei den ersten Parlamentswahlen in Bangladesch nach dem politischen Umbruch 2024 hat die Mitte-Rechts-Partei Bangladesh Nationalist Party (BNP) einen deutlichen Sieg errungen. Die BNP mit ihrem Vorsitzenden Tarique Rahman (60) als Spitzenanwärter für das Amt des Premierministers und ihr Bündnis sicherten sich mindestens 212 der insgesamt 300 zu wählenden Parlamentssitze, wie die Zeitung „Prothom Alo“ (Online) am Freitag berichtete. Das andere im Wahlkampf dominierende Lager von der islamistischen Jamaat-e-Islami und der aus der Studierendenbewegung hervorgegangenen National Citizen Party (NCP) gewann mindestens 77 Wahlkreise. Davon gingen sechs Sitze an die NCP.

Die Ergebnisse für drei Wahlkreise standen am Freitagnachmittag (Ortszeit) noch aus. 50 weitere, für Frauen reservierte Mandate, werden später vergeben. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 60 Prozent. Während der Abstimmung kam es nur zu einzelnen Zwischenfällen. Jamaat-e-Islami äußerte Vorbehalte gegen den Auszählungsprozess.

Awami Liga der gestürzten Sheikh Hasina ausgeschlossen

Die letzten freien Wahlen gab es in Bangladesch 2008. Seither prägten Machtkonzentration, Repression und umstrittene Abstimmungen das politische System. Im Sommer 2024 stürzten wochenlange von Studierenden angeführte Proteste das Regime von Premierministerin Sheikh Hasina, die nach Indien floh. Anhänger ihrer Awami Liga sehen im Urnengang vom Donnerstag keine freie Wahl, da die Partei davon ausgeschlossen wurde.

Abgestimmt wurde außerdem über die Erstellung einer neuen Verfassung, wofür sich 65,5 Prozent der Wahlbeteiligten ausgesprochen haben. Innerhalb von 180 Tagen soll eine verfassungsgebende Versammlung die von der Übergangsregierung von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus ausgearbeiteten Reformen beschließen.

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