Nairobi - Schätzungsweise 1.000 Kenianer sind laut Medienberichten von Russland für den Einsatz im Krieg gegen die Ukraine rekrutiert worden. Wie die Zeitung „Daily Nation“ am Donnerstag unter Berufung auf Berichte des kenianischen Geheimdienstes NIS meldete, sind 89 von ihnen aktuell im Einsatz. Allerdings seien 39 der aktiven Söldner im Krankenhaus, 28 würden vermisst.
Dem Bericht des Geheimdienstes zufolge werden die Männer im Alter von 20 bis 50 Jahren nach wenigen Wochen Training an die Front geschickt, wie die Zeitung berichtete. Den Männern sollen hohe Löhne versprochen worden sein. Nachdem Rekruten vermehrt am Flughafen der Hauptstadt Nairobi aufgehalten worden seien, würden sie nun über Uganda und die Demokratische Republik Kongo ausreisen.
Söldner auch aus anderen Ländern Afrikas
Die britische BBC berichtete ebenfalls über den Geheimdienstbericht. Kenianische Zeitungen hatten in den vergangenen Wochen über Familien berichtet, deren Söhne im Ukraine-Krieg gefallen sind.
Russland setzt in dem Krieg auch Söldner aus anderen afrikanischen Ländern ein. Laut der Initiative „All Eyes on Wagner“, die Listen des ukrainischen Militärs ausgewertet hat, waren zwischen 2023 und 2025 1.417 afrikanische Söldner im Einsatz, 316 davon sind im Gefecht getötet worden, darunter zehn Kenianer. Die Zahlen könnten deutlich höher sein.
Erste Gerichtsverfahren laufen
In Kenia laufen bereits erste Gerichtsverfahren gegen Agenturen, die Männer für den Ukraine-Krieg rekrutiert haben. In Südafrika wiederum steht derzeit Duduzile Zuma-Sambudla, die Tochter des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma, vor Gericht. Sie soll Männer unter falschen Angaben nach Russland vermittelt haben. Eine Influencerin und Radiomoderatorin ist ebenfalls angeklagt. Auch aus unterschiedlichen asiatischen Ländern hat Russland Männer für die Front angeworben.