Nairobi/Khartum - Bei einem Drohnenangriff auf einen Hilfskonvoi in der sudanesischen Region Südkordofan sind drei humanitäre Helfer getötet und vier verletzt worden. Wie der Ärzteverband "Sudan Doctors Network” in der Nacht auf Freitag mitteilte, haben die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) den Konvoi gezielt angegriffen und Hilfsgüter zerstört. Seit die Armee Gebiete in Kordofan zurückerobert hat, greift die RSF gezielt Hilfsinfrastruktur an. Diese Woche sind dort nach UN-Angaben mindestens 57 Zivilisten bei Drohnenangriffen getötet worden.
Erst am Mittwoch hatte das Welternährungsprogramm WFP vermeldet, dass der erste Hilfskonvoi seit Monaten die Städte Dilling und Kadugli erreicht habe. In Kadugli war eine Hungersnot erklärt worden, nachdem die Stadt über Monate von den RSF belagert und von Versorgungslinien abgeschnitten worden war. Anfang Februar hatte die sudanesische Armee die Kontrolle über die Städte zurückerobert.
UN sehen Anzeichen von Völkermord bei RSF-Verbrechen
Seit der Eskalation eines Machtkampfs zwischen der Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz 2023 herrscht im Sudan ein Krieg, der eine der schlimmsten Hunger- und Vertreibungskrisen hervorgerufen hat. Durch die Gewalt und Blockaden der Kriegsparteien ist humanitäre Hilfe in vielen Gebieten nur eingeschränkt möglich. Im Januar erreichte das WFP mit seinen Programmen im Sudan etwa 3,5 Millionen Menschen.
Besonders den Rapid Support Forces werden in dem Krieg brutale Menschenrechtsverbrechen angelastet. Zuletzt bestätigte ein Bericht der Vereinten Nationen am Dienstag, dass die Massaker bei der Einnahme der Stadt Al-Faschir in der Region Darfur die Charakteristika eines Völkermords gegen die ethnischen Gruppen der Fur und Zaghawa aufweisen.