Nairobi/Mogadischu - Das Welternährungsprogramm (WFP) warnt vor dem Kollaps seiner Programme in dem von Dürre und Hunger geplagten Somalia. Kürzungen der Hilfsgelder aus den USA und anderen Ländern brächten die UN-Agentur an die Grenzen ihrer Möglichkeiten, hungernde Menschen mit lebenswichtiger Nahrungsmittelhilfe zu erreichen, erklärte das WFP am Freitag. Sowohl Wasser als auch Lebensmittel seien knapp, tausende Familien seien in der Hoffnung auf Hilfe in Richtung großer Flüchtlingslager geflohen. Aktuell würden die Gelder nur noch wenige Wochen reichen.
Für mehr als eine Million Männer, Frauen und Kinder sei die Lage bereits jetzt sehr ernst, erklärte Ross Smith, der beim WFP für Nothilfekoordination zuständig ist. Die Situation verschlechtere sich in alarmierender Geschwindigkeit.
Ohne mehr Geld Hilfs-Stopp im April
Im November hatte die somalische Regierung den Dürre-Notstand ausgerufen. Hunderte Versorgungszentren, unter anderem für mangelernährte Kinder, mussten bereits aufgrund gekürzter Ressourcen schließen. Schon im vergangenen Jahr bekamen die UN-Programme in Somalia nur etwa ein Viertel der benötigten Gelder, um alle Bedürftigen grundlegend zu versorgen. Während Anfang 2025 noch 2,2 Millionen Menschen unterstützt werden konnten, seien es aktuell nur noch 600.000, erklärte das WFP. 95 Millionen US-Dollar seien nötig, um die entsprechende Hilfe zu leisten - andernfalls drohe ein Stopp aller Programme im April.
Als Somalia nach der längsten verzeichneten Dürre 2022 kurz vor der Hungersnot stand, konnte diese durch internationale Mobilisierung von Katastrophenhilfe abgewendet werden. Die Konsequenzen einer Eskalation der Lage in Somalia wären weit über das Land am Horn von Afrika hinaus zu spüren, warnte Ross. Die Regierung in Somalia ist instabil und damit beschäftigt, die Terrormiliz Al-Shabaab in Schach zu halten, die Teile des Landes kontrolliert.