Gefängnisaufstand in Kuba niedergeschlagen

Die kubanischen Behörden bestätigen eine Rebellion in einem Hochsicherheitsgefängnis. Die Opposition meldet Verletzte.

Mexiko-Stadt, Havanna - Das kubanische Innenministerium hat am Freitag (Ortszeit) einen Aufstand in einem Hochsicherheitsgefängnis gemeldet. Nach dem „schweren Verstoß gegen die Strafvollzugsordnung“ im Gefängnis von Canaleta hätten Beamte die Ordnung „mit Entschlossenheit wiederhergestellt“, teilte das Ministerium auf seinem Facebook-Account mit. Über Verletzte oder Tote machte die Regierung keine Angaben.

Oppositionelle Gruppierungen sprachen von mehreren verletzten Häftlingen. So erklärte das Dokumentationszentrum für kubanische Gefängnisse mit Sitz in Mexiko, mehrere Insassen seien „mit Kopfverletzungen und Verletzungen durch den Einsatz von Pfefferspray“ in ein Krankenhaus gebracht worden.

Zunehmend schlechte Haftbedingungen

Nach Informationen der Opposition richtete sich der Protest der Gefangenen gegen die zunehmend schlechten Haftbedingungen. Die Behörden erwähnten keine Gründe für den Aufstand, warnten jedoch, solche Vorfälle würden „im Interesse der kollektiven Sicherheit“ streng geahndet. Im Gefängnis von Canaleta, der größten Haftanstalt in der Provinz Ciego de Ávila, befinden sich neben Kriminellen auch politische Häftlinge.

Die soziale Lage auf Kuba verschärft sich, seit US-Präsident Donald Trump Ende Januar damit gedroht hatte, Strafzölle für diejenigen Länder zu erheben, die Kuba mit Öl beliefern. Die Erdölblockade führt zu drastischen Einschränkungen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Der Wirtschaft der Karibikinsel mit ihren knapp zehn Millionen Einwohnern droht der Kollaps.

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