Tschad schließt Grenze zum Sudan

Mit der Schließung der Grenze zum Sudan will der Tschad seine eigene Bevölkerung vor den Folgen des Krieges im Nachbarland schützen. Ausnahmen gibt es für humanitäre Hilfstransporte.

Nairobi/N'Djamena - Der Tschad hat seine Grenzübergänge zum Sudan geschlossen. Die Regierung begründete den Schritt am Montag mit wiederholten Übergriffen und Verstößen, die von den im Sudan kämpfenden Parteien auf tschadischem Territorium verübt worden seien. Die Maßnahme gelte bis auf Weiteres, hieß es in einer vom Kommunikationsministerium auf Facebook verbreiteten Erklärung.

Die in dem Krieg im Sudan besonders umkämpfte Region Darfur grenzt an den Tschad. Medienberichten zufolge lieferten sich die sudanesische Armee und die RSF-Miliz am Wochenende direkt an der Grenze Gefechte. Laut der Nachrichtenplattform „Rafiq Info“ wurden mehrere tschadische Soldaten getötet.

Humanitäre Hilfe soll weiterlaufen

Seit Beginn des Krieges im April 2023 sind Hunderttausende Menschen aus dem Sudan in den Tschad geflohen. Außerdem werden über den Tschad Hilfsgüter in den Sudan geliefert. Laut der Erklärung der tschadischen Regierung soll es für Hilfsorganisationen möglich sein, Ausnahmegenehmigungen für solche Transporte zu erhalten. Priorität sei, die eigenen Bürgerinnen und Bürger vor den Folgen des Krieges zu schützen.

Seit fast drei Jahren kämpfen die paramilitärischen RSF („Rapid Support Forces“) und die Armee im Sudan um die Kontrolle über Land und Ressourcen. Auch ausländische Akteure sind involviert. Vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben Experten zufolge den Konflikt mit ihrer Unterstützung für die RSF befeuert. In der Vergangenheit sollen dabei auch Waffen über den Tschad geliefert worden sein.

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