Hilfsaktion für ukrainische Journalisten

Seit vier Jahren berichten Medien in der Ukraine unter lebensgefährlichen Bedingungen über den Krieg. "Reporter ohne Grenzen" unterstützt Journalistinnen und Journalisten, die an der Front arbeiten.

Berlin - Die Journalistenorganisation „Reporter ohne Grenzen“ hat zu Spenden für Medienschaffende in der Ukraine aufgerufen. Es gehe um Schutzausrüstungen, Ersatz für beschädigtes Equipment und schnelle Nothilfe, teilte die Organisation am Dienstag in Berlin mit. Zudem würden unter anderem „Rückzugs- und Trainingsangebote mit individueller psychologischer Betreuung“ finanziert. Eine Schutzweste kostet demnach etwa 1.000 Euro, ein Helm rund 350 Euro und ein Erste-Hilfe-Set 50 bis 70 Euro.

„Reporter ohne Grenzen“ unterstützt nach eigenen Angaben Medienschaffende in der Ukraine seit dem ersten Kriegsmonat 2022. Bislang hätten mehr als 2.100 Journalistinnen und Journalisten sowie 230 Redaktionen Hilfe erhalten, allein im vergangenen Jahr 250 Medienschaffende.

Tod durch Drohnenangriffe

Seit vier Jahren führe Russland einen erbarmungslosen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der Krieg richte sich gezielt auch gegen die Pressefreiheit. „Reporter ohne Grenzen“ habe bislang 175 Angriffe gegen Medienschaffende und Redaktionen in der Ukraine gezählt. Sie berichteten unter ständiger Lebensgefahr. Im vergangenen Jahr gehörten Drohnen zu den größten Bedrohungen. Drei Medienschaffende seien getötet worden, obwohl sie als Presse gekennzeichnet waren.

In russisch besetzten Gebieten würden unabhängige Informationsquellen systematisch „ausgelöscht“. Ukrainische Sender würden abgeschaltet, Infrastruktur gezielt zerstört, Propaganda ersetze freie Berichterstattung. „Wer dennoch den Mut aufbringt, zu berichten, riskiert Haft oder sogar sein Leben“, so die Organisation. Aktuell seien 26 ukrainische Medienschaffende in russischen Gefängnissen.

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