Genf - Tausende Geflüchtete und Migranten sind laut den Vereinten Nationen im vergangenen Jahr auf ihren Reiserouten ums Leben gekommen oder werden vermisst. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Donnerstag in Genf mitteilte, wurden für 2025 weltweit 7.667 entsprechende Fälle erfasst. Die UN-Organisation rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, sichere und reguläre Wege für Migrantinnen und Migranten auszubauen und sicherzustellen, dass Menschen in Not geschützt werden.
Die Zahl für 2025 ist laut IOM niedriger als die fast 9.200 Toten und Vermissten, die 2024 verzeichnet wurden. Dies spiegele zwar wider, dass weniger Menschen gefährliche irreguläre Migrationsrouten nähmen. Zugleich würden humanitäre Organisationen aufgrund von begrenztem Informationszugang und finanziellen Engpässen weniger Todesfälle auf den wichtigsten Routen erfassen.
Kampf gegen Schleuserbanden
Die IOM forderte einen entschlossenen Kampf gegen Schleuserbanden, die Migranten ausbeuteten und ihr Leben gefährdeten. „Der anhaltende Verlust von Menschenleben auf Migrationsrouten ist ein globales Versagen, das wir nicht als normal hinnehmen dürfen“, sagte IOM-Generaldirektorin Amy Pope. Seien sichere Reiserouten nicht verfügbar, „bleibt vielen Menschen keine andere Wahl, als riskante Wege einzuschlagen“. Dabei gerieten sie häufig in die Gewalt von Schleusern und Menschenhändlern.
Zu den gefährlichsten Wegen zählten laut IOM Fluchtrouten über das Meer. Im vergangenen Jahr seien mindestens 2.185 Menschen im Mittelmeer gestorben oder sie gelten als vermisst. Weitere 1.214 gestorbene oder vermisste Menschen seien auf der Route von Westafrika über den Atlantik zu den Kanarischen Inseln registriert worden. Zudem seien 2025 sterbliche Überreste von mindestens 270 Menschen an die Küsten des Mittelmeers gespült worden, ohne dass sie mit bekannten Unglücken in Verbindung gebracht werden konnten.