Frankfurt a.M. - Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif hat der Taliban-Regierung in Afghanistan den Krieg erklärt. In der Nacht zum Freitag bombardierte die pakistanische Luftwaffe dutzende Ziele, darunter vor allem Armeebasen und Munitionsdepots in der afghanischen Hauptstadt Kabul sowie in den Provinzen Paktika und Kandahar. Man habe alles versucht, um die Lage zu beruhigen, erklärte Asif auf der Plattform X. Doch die Geduld Pakistans sei nun zu Ende. „Wir werden nun einen offenen Krieg führen.“
Bereits zu Beginn der Woche war der Konflikt zwischen beiden Ländern erneut ausgebrochen, nachdem die Taliban Angriffe auf pakistanische Stützpunkte in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa verübt hatten. Das afghanische Außenministerium begründete diese als Vergeltung für frühere pakistanische Luftschläge auf afghanischem Boden, bei denen nach afghanischen Angaben dutzende Zivilisten ums Leben gekommen waren.
Pakistan wirft Afghanistan Unterstützung von Islamisten vor
Pakistan beschuldigte Afghanistan am Donnerstag, 55 pakistanische Soldaten getötet zu haben. Am Freitag bestätigte ein pakistanischer Regierungssprecher die Luftschläge auf Afghanistan und sprach von 133 getöteten und über 200 verwundeten Taliban-Kämpfern.
Seit Jahren schwelt ein Konflikt zwischen beiden Ländern. Pakistan wirft der Taliban-Regierung vor, den pakistanischen Taliban, den Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP), Schutz zu gewähren und sie bei Terroranschlägen auf pakistanischem Boden zu unterstützen. Die Regierung in Kabul bestreitet dies jedoch vehement. Pakistan hat immer wieder versucht, die Taliban zu einer härteren Gangart gegen pakistanische Islamisten zu drängen, unter anderem durch Grenzschließungen oder die Ausweisung Hunderttausender afghanischer Geflüchteter, die in Pakistan Schutz gesucht hatten.
Die pakistanische Luftwaffe flog zudem wiederholt Angriffe auf mutmaßliche TTP-Ziele auf afghanischem Boden. Zwar war es im vergangenen Jahr unter Vermittlung des Golfstaates Katar zunächst zu einem Waffenstillstandsabkommen gekommen, dieses scheint nun jedoch endgültig gebrochen.