Venezuela: Interimspräsidentin bittet um Aufhebung von US-Sanktionen

Die Aufhebung der US-Sanktionen ist laut Übergangspräsidentin Rodríguez nötig für die weitere Entwicklung Venezuelas.

Berlin, Caracas - Die Übergangspräsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, hat die USA um die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen ihr Land gebeten. Venezuela müsse einen Schritt nach vorne machen und sich auf Begegnung und Demokratie konzentrieren und Hass und Intoleranz zurücklassen, sagte sie am Montag (Ortszeit) laut der staatlichen Nachrichtenagentur AVN. Dafür müssten allerdings auch die Sanktionen aufgehoben werden.

Die USA haben das sozialistisch regierte Land erstmals 2005 mit Sanktionen belegt. Anfang Januar schließlich griff das US-Militär Venezuela nach monatelangen Drohungen an und verschleppte Präsident Nicolás Maduro sowie seine Ehefrau Cilia Flores. Die damalige Vizepräsidentin Rodríguez übernahm die Regierungsgeschäfte und sicherte den USA umgehend Zugang zum venezolanischen Erdöl zu. Venezuela besitzt die weltweit größten Ölreserven.

Machado kritisiert anhaltende Repression

Rodríguez' Regierung hat derweil verschiedene Signale wirtschaftlicher und politischer Öffnung gesendet. Mitte Februar erließ die Regierung ein Amnestiegesetz, womit mehrere hundert politische Gefangene freigelassen werden sollen. Bereits Ende Januar ermöglichte Venezuela erneut private Geschäfte im Erdölsektor des Landes.

Derweil kritisierte Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin Corina Machado eine anhaltende Repression gegen ihre Partei Vente Venezuela. Tatsächlich ist die Opposition bislang von den Öffnungsmaßnahmen Rodríguez' ausgeschlossen. Die Interimspräsidentin hat einen Dialog an die Bedingung geknüpft, die Opposition müsse den US-Angriff auf Venezuela verurteilen. Machado hat den US-Angriff allerdings begrüßt und ihren Nobelpreis US-Präsident Donald Trump gewidmet.

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