Brasilien: Senat ratifiziert Mercusor-Abkommen mit EU

Nach Argentinien und Uruguay ist Brasilien das dritte der vier Mercosur-Länder, das dem Freihandelsabkommen endgültig zustimmt.

Berlin/Brasilia - In Brasilien hat das Mercosur-Freihandelsabkommen mit der EU die letzte Hürde genommen. Am Mittwoch (Ortszeit) stimmte der Senat dem Vertrag einstimmig zu, wie die Parlamentskammer mitteilte. Damit ist Brasilien nach Argentinien und Uruguay der dritte der vier Mercosur-Staaten, der das Abkommen ratifiziert. In Paraguay fehlt noch die Zustimmung des Abgeordnetenhauses.

Das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Ländern soll die größte Freihandelszone der Welt schaffen, in der mehr als 700 Millionen Menschen leben. Obwohl das Europäische Parlament eine juristische Überprüfung des Vertragswerks gefordert hat, gab die EU-Kommission vergangene Woche grünes Licht für eine vorläufige Umsetzung. Das Abkommen war im Januar nach über einem Vierteljahrhundert Verhandlungen feierlich unterzeichnet worden.

Kritik wegen Umwelt- und Sozialstandards

Der Freihandelsvertrag sieht unter anderem vor, die Zölle auf rund 91 Prozent der zwischen der EU und dem Mercosur-Bündnis gehandelten Waren abzuschaffen. Das würde die Exportchancen der EU erhöhen und für günstigere Einkaufspreise sorgen. Zugleich gibt es in Europa Befürchtungen, dass die heimische Landwirtschaft unzureichend vor billigeren Importen aus Südamerika geschützt ist. Kritiker sehen zudem Umwelt- und Sozialstandards in Gefahr.

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