Mexiko-Stadt - Im mexikanischen Bundesstaat Morelos haben die Behörden am Donnerstag (Ortszeit) eine vor Tagen verschwundene Studentin ermordet aufgefunden. Die 18-jährige Karol Toledo Gómez war am Montag unweit der Hauptstadt Cuernavaca auf dem Rückweg von einer Jura-Lehrveranstaltung an der Autonomen Universität von Morelos (UAEM) verschwunden, wie die Zeitung „El Financiero“ berichtete.
Seit Tagen demonstrieren Studentinnen und Studenten in der Hauptstadt Cuernavaca bereits wegen eines anderen Tötungsdeliktes. Die ebenfalls 18-jährige Studentin Kimberly Ramos Beltrán verschwand am 20. Februar nach dem Unterricht auf einem anderen Campus derselben Universität. Ihre Leiche wurde am Montag in unmittelbarer Nähe der Hochschule gefunden.
Unbefristeter akademischer Streik
Am Dienstag beschloss die Studentenversammlung einen unbefristeten akademischen Streik. Ein Großteil der knapp 30.000 Studierenden im an Mexiko-Stadt angrenzenden Bundesstaat Morelos beteiligt sich an den Protestmärschen, auf denen Slogans gerufen werden wie: „Wir sind hier, um zu studieren, nicht um verschleppt zu werden“.
Die lokalen Behörden stehen im Zentrum der Kritik. Die Rektorin der Universität, Viridiana Aydeé León Hernández, reagierte in den Augen Protestierenden bisher nicht angemessen auf die Forderung nach mehr Sicherheit. Die Gouverneurin Margarita González Saravia hatte sich zum Fall Kimberly erst geäußert, nachdem die Studentin tot aufgefunden wurde. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum bestätigte, dass eine Person wegen ihrer möglichen Beteiligung an diesem Verbrechen festgenommen wurde. Der Mord an Kimberly werde als Feminizid untersucht, versprach Sheinbaum.
Die anhaltende, systematische Gewalt gegen Frauen wird auch ein zentrales Thema auf den Demonstrationen zum Internationalen Frauentag am Sonntag (8. März) in Mexiko sein.