Berlin, Washington - Nach sieben Jahren Unterbrechung wollen die USA und Venezuela ihre diplomatischen Beziehungen offiziell wieder aufnehmen. Das US-Außenministerium teilte am Donnerstag (Ortszeit) in Washington mit, man habe sich mit den „Interimsautoritäten“ des südamerikanischen Landes auf diesen Schritt geeinigt. Dadurch sollten die wirtschaftliche Erholung des Landes gefördert und die Konditionen für einen demokratischen Übergang geschaffen werden.
Der venezolanische Außenminister Iván Gil sprach laut der staatlichen Nachrichtenagentur AVN von einer neuen Etappe „des gegenseitigen Respekts, der Gleichbehandlung zweier souveräner Staaten und der Zusammenarbeit unserer Völker“. Zuvor hatte US-Innenminister Doug Burgum das Land besucht. Dabei wurde laut AVN unter anderem ein Abkommen mit dem Ölkonzern Shell USA über die Förderung von Öl in Venezuela beschlossen.
Präsident verschleppt und abgesetzt
Die USA hatten Anfang des Jahres Venezuelas autoritär regierenden Präsidenten Nicolás Maduro bei einem militärischen Angriff verschleppt und abgesetzt. Seitdem regiert die ehemalige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez. Unter anderem mit der Verabschiedung eines Amnestiegesetzes hat sie den Druck auf die Opposition gelockert. Wirtschaftlich hat sie das Land gegenüber US-amerikanischen Konzernen geöffnet. Venezuela besitzt die weltweit größten Erdölreserven. US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach einen Zugriff auf das venezolanische Öl in Aussicht gestellt.
Venezuela hatte im Jahr 2019 die diplomatischen Beziehungen mit den USA abgebrochen. Hintergrund war die Anerkennung des damaligen Oppositionsführers und selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó als Präsident.