Rapper "Balen" Shah könnte neuer Premierminister in Nepal werden

Nach einem Erdrutschsieg der Partei RSP deutet sich in Nepal ein Generationswechsel in der Politik an. Der frühere Kathmandu-Bürgermeister Balendra "Balen" Shah könnte neuer Regierungschef werden.

Delhi/Kathmandu - Balendra „Balen“ Shah wird gefeiert wie ein Popstar. Menschen drängen sich um ihn, viele kreischen, Handys werden in die Höhe gehalten. Was aussieht wie ein Konzert, ist der Jubel über einen Wahlsieg. Am Samstagabend schwenkt der Rapper und Politiker auf dem Dach eines Autos die nepalesische Flagge, während Anhänger seinen Namen rufen.

Der 35-Jährige hat bei der Parlamentswahl einen spektakulären Sieg errungen. In seinem Wahlkreis Jhapa-5 setzte sich der frühere Bürgermeister der Hauptstadt Kathmandu mit großem Abstand gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Khadga Prasad Sharma Oli durch. Shah erhielt mehr als 68.000 Stimmen und lag damit fast 50.000 Stimmen vor seinem Rivalen.

Stimmauszählung läuft noch

Der Erfolg gilt als Symbol für einen politischen Umbruch im Himalaja-Staat. Bei der Wahl am 5. März gewann Shahs Partei, die Rastriya Swatantra Party (RSP), nach bisherigen Auszählungen mindestens 118 der 165 direkt gewählten Parlamentssitze. Der traditionsreiche Nepali Congress kam dagegen nur auf 17 Mandate. Die Stimmauszählung lief am Sonntagmorgen noch.

Beobachter sprechen von einem politischen Erdrutsch. Viele prominente Politiker der etablierten Parteien verloren ihre Mandate. Sollte sich der Vorsprung bestätigen, dürfte Shah neuer Premierminister werden.

Spitze der Regierung

Die Wahl folgte auf landesweite Proteste junger Menschen im September 2025. Demonstrierende hatten damals gegen Korruption, politische Vetternwirtschaft und die Regierung von Oli protestiert. Sicherheitskräfte gingen hart gegen die Proteste vor, 77 Menschen wurden getötet. Die Regierung trat schließlich zurück.

Mit Shah könnte nun erstmals ein Vertreter einer jüngeren Generation an die Spitze der Regierung rücken. Seine Partei warb im Wahlkampf mit dem Versprechen politischer Reformen, mehr Transparenz und einem Bruch mit der alten politischen Elite.

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