Parlamentswahl in Kolumbien: Kongress bleibt gespalten

In Kolumbien steht in knapp drei Monaten die Präsidentschaftswahl an. Im Parlament konnte sich nun kein Bündnis eine absolute Mehrheit sichern.

Berlin/Bogotá - Weniger als drei Monate vor der Abstimmung über das Präsidentenamt in Kolumbien hat bei der Parlamentswahl wie erwartet kein Parteienbündnis eine absolute Mehrheit erreicht. Nach Auszählung von über 99 Prozent aller Stimmen konnte die regierende Linkskoalition „Historischer Pakt‘“ ihren Vorsprung im Senat leicht ausbauen und erreichte 25 von insgesamt 108 Plätzen. Als zweitplatzierte kam die rechtskonservative Partei „Demokratisches Zentrum“ auf 17 Sitze und damit vier mehr als bisher. Für das Abgeordnetenhaus mit 188 Sitzen wurden ähnliche Verhältnisse erwartet.

Der Präsidentschaftskandidat von „Historischer Pakt“, Iván Cepeda, zeigte sich dennoch siegessicher. Der Erfolg bei der Parlamentswahl zeige, „dass wir dem Volk treu geblieben sind“, erklärte er laut dem Nachrichtensender Caracol Noticias. Für eine zweite Regierungsperiode kündigte er tiefgreifendere Veränderungen an, um „das Land gerechter und humaner zu machen“.

Beide Bündnisse siegessicher für Präsidentenwahl

Ebenso siegessicher zeigte sich auch die Präsidentschaftskandidatin des „Demokratischen Zentrums‘“, Paloma Valencia. „Das ist unser Moment, um zu regieren“, erklärte sie mit Blick auf die Präsidentenwahl am 31. Mai.

Nach vier Jahren im Amt darf der aktuelle erste linke Präsident des Landes, Gustavo Petro, nicht erneut antreten. Seine Präsidentschaft war geprägt von dem misslungenen Versprechen auf einen „totalen Frieden“ in dem südamerikanischen Land. Viele Reformpläne konnten aufgrund fehlender Mehrheiten im Kongress nicht umgesetzt werden. In Kolumbien herrscht seit den 1960er Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen dem Staat, Guerilla-Gruppen und paramilitärischen Milizen, bei dem etwa 300.000 Menschen getötet und sieben Millionen vertrieben wurden.

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