Köln, Amman - Der Konflikt im Libanon hat laut Unicef binnen einer Woche mehr als 80 Kinder das Leben gekostet. Über 250 seien jüngsten Berichten zufolge verletzt worden, erklärte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen am Montag in Amman. In der vergangenen Woche seien so im Durchschnitt täglich mehr als zehn Kinder getötet worden.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar eine massive Militärkampagne gegen den Iran begonnen. Das iranische Regime reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und zivile Objekte in mehreren Staaten der Region sowie mit Attacken auf Israel. Nach Raketen-Angriffen der dem Iran nahestehenden Hisbollah auf Israel ist auch der Konflikt im Libanon wieder eskaliert.
Hunderttausende auf der Flucht
„Die anhaltende Eskalation der Feindseligkeiten im Libanon und das verheerende Ausmaß, in dem Kinder davon betroffen sind, geben Anlass zu großer Sorge“, betonte Edouard Beigbeder, der Unicef-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika. In den vergangenen 28 Monaten sei der Tod von rund 400 Kindern gemeldet worden.
„Diese Zahlen sind erschütternd“, erklärte Beigbeder. „Sie verdeutlichen auf dramatische Weise, welch hohen Preis Kinder in diesem Konflikt zahlen. Während die militärischen Angriffe im ganzen Land andauern, werden Kinder in alarmierendem Ausmaß getötet und verletzt, Familien fliehen aus Angst aus ihren Häusern, und Tausende Kinder schlafen in kalten und überfüllten Notunterkünften.“
Die anhaltenden israelischen Luftangriffe im Libanon haben bereits Hunderttausende Menschen zur Flucht gezwungen. Im ganzen Land seien 700.000 Menschen vertrieben worden, erklärte Unicef. Darunter seien 200.000 Kinder. Zehntausende weitere seien bereits durch frühere Eskalationen auf der Flucht. Derweil verschlechtert sich die humanitäre Lage im Land Hilfsorganisationen zufolge dramatisch.