Kolumbien: Erstmals indigene Frau Kandidatin für Vizepräsidentschaft

Die Indigene Aida Quilcué wurde vom linken Präsidentschaftskandidaten Iván Cepeda zu seiner Nummer zwei gekürt.

Berlin/Bogotá - In Kolumbien hat der linke Präsidentschaftskandidat Iván Cepeda die indigene Senatorin Aida Quilcué zur Vizepräsidentschaftskandidatin ernannt. Dies teilte Cepeda am Montag (Ortszeit) über eine Videobotschaft mit. Quilcué gehört dem Volk der Nasa an, ist eine Vertreterin der indigenen Bevölkerung des südkolumbianischen Cauca und wäre die erste indigene Vizepräsidentin Kolumbiens. Am 31. Mai sind Präsidentschaftswahlen in dem südamerikanischen Land.

Sie habe die Aufgabe übernommen, um die indigene und ländliche Bevölkerung des Landes zu vertreten, sagte die Senatorin für die Partei Alternative indigene und soziale Bewegung (MAIS) dem Radiosender Blu. „Ein Frieden kann nicht von der Stadt erreicht, sondern muss vom Land und mit den Gemeinschaften aufgebaut werden“, sagte Quilcué.

Anhaltender Konflikt eines der Wahlkampfthemen

Favoriten für die Präsidentschaftswahl sind der linke Cepeda, der als Nachfolger des aktuellen Präsidenten Gustavo Petro antritt, und die rechts-konservative Paloma Valencia, die unter anderem vom ehemaligen rechten Präsidenten Álvaro Uribe unterstützt wird. Eines der Hauptthemen ist der anhaltende bewaffnete Konflikt zwischen dem Staat, Guerilla-Gruppen und paramilitärischen Milizen. Seit den 1960er Jahren wurden dabei etwa 300.000 Menschen getötet und sieben Millionen vertrieben. Besonders betroffen von der Gewalt ist die ländliche und indigene Bevölkerung des Landes.

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