Kolumbien: EU-Wahlbeobachtermission kritisiert Berichterstattung

Laut der Wahlbeobachtermission der Europäischen Union in Kolumbien ist in staatlichen Medien ungleich über die angetretenen Parteien berichtet worden. Die Wahlen am 8. März seien jedoch zumeist fair und transparent abgelaufen.

Berlin/Bogotá - Nach der Parlamentswahl in Kolumbien hat die Wahlbeobachtermission der Europäischen Union eine ungleiche Berichterstattung über die angetretenen Parteien kritisiert. In ihrem vorläufigen Bericht, der am Dienstag (Ortszeit) in Bogotá vorgestellt wurde, kritisierte die Mission, dass in staatlichen Medien vorwiegend vorteilhaft über das linke Regierungsbündnis „Historischer Pakt“ berichtet worden sei. Während die Aktivitäten des Präsidenten viel Raum erhalten hätten, sei die Berichterstattung über Parteien der Opposition begrenzt und meist in einem negativen Ton gewesen, hieß es in dem Bericht.

Generell seien die Wahlen allerdings fair und transparent abgelaufen. Die Wahlbehörde habe trotz Warnungen vor möglichen Wahlfälschungen ihre Unabhängigkeit und Professionalität bewahrt. Einzig in weniger bewohnten Gebieten habe die Präsenz bewaffneter Gruppen zu einer Einschränkung der Wahlkampagnen und der Teilnahme an der Urne geführt, hieß es in dem Bericht.

Absolute Mehrheit verpasst

Am 8. März hatte die Bevölkerung Kolumbiens über die Besetzung des Kongresses abgestimmt. Außerdem konnten die Wählerinnen und Wähler an den Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidaten der Opposition teilnehmen. Wahlsiegerin war das Regierungsbündnis „Historischer Pakt“, das sowohl im Parlament als auch im Senat die Anzahl der Sitze ausbauen konnte, allerdings eine absolute Mehrheit verpasste. In der Opposition positionierte sich die rechtskonservative Präsidentschaftskandidatin Paloma Valencia von der Partei „Demokratisches Zentrum“ als aussichtsreichste Kandidatin. Die Präsidentschaftswahlen werden voraussichtlich am 31. Mai stattfinden.

In Kolumbien herrscht seit den 1960er Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen dem Staat, Guerilla-Gruppen und paramilitärischen Milizen, bei dem etwa 300.000 Menschen getötet und sieben Millionen vertrieben wurden.

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