Dakar - Das Parlament im Senegal hat eine Verdoppelung der Haftstrafen für Homosexuelle angenommen. Die Reform von Artikel 319 des Strafgesetzbuches über „widernatürliche Handlungen“ sieht nun eine Strafe von bis zu zehn Jahren Gefängnis vor, wie die Nachrichtenseite „Seneweb“ berichtete. Die Abgeordneten stimmten dem Gesetzentwurf am späten Mittwochabend mit 135 Stimmen zu. Drei Parlamentarier enthielten sich, Gegenstimmen gab es keine. Um in Kraft zu treten, muss das Gesetz noch von Präsident Bassirou Diomaye Faye unterschrieben werden.
Bislang lag die Höchststrafe für sexuelle Handlungen zwischen Menschen des gleichen Geschlechts bei fünf Jahren Haft. Im Gesetz werden neben Homosexuellen auch sexuelle Handlungen mit Toten und Tieren kriminalisiert. Ebenfalls strafbar soll künftig die „Verherrlichung und die Finanzierung von Homosexualität“ sein, was mit drei bis sieben Jahren Gefängnis geahndet werden soll.
Homosexuellenfeindlichkeit nimmt zu
Bereits jetzt häufen sich Verhaftungen von mutmaßlichen Homosexuellen im westafrikanischen Land. Auch mehrere senegalesische Prominente wurden inhaftiert, weil ihnen Homosexualität vorgeworfen wird. Menschenrechtsorganisationen sprechen von einer deutlichen Zunahme der Feindlichkeit gegenüber Homosexuellen.