Guterres ruft zu Waffenruhe im Libanon auf

Bei einem Besuch im Libanon hat der UN-Generalsekretär Israel und die Hisbollah-Miliz zu einem Ende der Kämpfe aufgerufen. Mehr als 800.000 Menschen sind auf der Flucht vor der Gewalt.

Beirut, Genf (epd). UN-Generalsekretär António Guterres hat Israel und die schiitische Miliz Hisbollah zu einer Waffenruhe aufgefordert. Der Krieg der Rivalen im Libanon müsse enden, verlangte er am Freitag in Beirut. Nach einem Treffen mit Libanons Präsident Joseph Aoun betonte Guterres, dass die Menschen im Land enorm unter der Gewalt zwischen Israel und der Hisbollah litten. Der UN-Generalsekretär drückte seine Solidarität mit Libanons Bevölkerung aus.

Unterdessen erklärte das Hilfswerk Unicef, dass fast zwei Wochen nach Beginn der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten die Lage für Millionen Kinder im Libanon katastrophal sei. Laut jüngsten Berichten seien seit dem 2. März infolge der zunehmenden Feindseligkeiten mindestens 91 Kinder getötet und 275 weitere verletzt worden.

Rund 817.000 Menschen auf der Flucht

Rund 817.000 Menschen hätten aus ihrem Zuhause fliehen müssen, darunter etwa 285.600 Kinder. Zehntausende seien bereits durch frühere Eskalationen vertrieben worden. Viele Familien suchten Zuflucht bei Angehörigen oder übernachteten in unfertigen Gebäuden, auf öffentlichen Plätzen oder in Notunterkünften. Oft seien diese überfüllt und böten keine ausreichende Sicherheit.

Die USA und Israel hatten Ende Februar eine massive Militärkampagne gegen den Iran begonnen. Das iranische Regime reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und zivile Objekte in mehreren Staaten der Region sowie mit Attacken auf Israel.

Nach Raketen-Angriffen der dem Iran nahestehenden islamistischen Hisbollah-Miliz auf Israel hat sich der Konflikt auf den Libanon ausgeweitet. Israel nahm die Hisbollah im Libanon unter Beschuss.

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