Rom/Genf - Ein anhaltender Nahostkonflikt droht laut dem Welternährungsprogramm (WFP) den weltweiten Hunger massiv zu verschärfen. Die Gewalt könnte in diesem Jahr rund 45 Millionen Menschen zusätzlich in akuten Hunger abrutschen lassen, warnte das WFP am Dienstag in Rom. Falls der Konflikt nicht bis zur Jahresmitte ende und die Ölpreise bei über 100 US-Dollar pro Barrel blieben, käme es zu diesem Szenario. Schon jetzt seien 318 Millionen Menschen von akutem Hunger betroffen.
Es werde diejenigen Familien am härtesten treffen, die sich schon jetzt keine Mahlzeit mehr leisten können, erklärte Carl Skau, stellvertretender WFP-Exekutivdirektor. Ohne eine angemessen finanzierte humanitäre Reaktion könnte das für Millionen Menschen, die bereits am Abgrund stünden, katastrophale Folgen haben.
Ähnliche Lage wie nach Beginn des Ukraine-Krieges
Das WFP erinnerte an den Beginn des Krieges in der Ukraine 2022, der eine weltweite Krise der Lebenshaltungskosten ausgelöst habe. Damals habe der globale Hunger mit 349 Millionen betroffenen Menschen ein Rekordniveau erreicht. Die neuesten WFP-Projektionen zeigten, dass in den kommenden Monaten eine ähnliche Situation drohen könne.
Die USA und Israel hatten Ende Februar den Iran angegriffen und damit einen Krieg mit vielen direkt betroffenen Ländern in der Region ausgelöst. Der Iran sperrte infolge der Angriffe die Straße von Hormus, über die ein großer Teil der weltweiten Öl-Transporte laufen.