Berlin/Bogotá - Die Spannungen zwischen Kolumbien und Ecuador nehmen weiter zu. Der kolumbianische Präsident, Gustavo Petro, erklärte am Montag (Ortszeit), das Grenzgebiet sei Ziel ecuadorianischer Militäroperationen. „Es muss weiter untersucht werden, da wir von ecuadorianischer Seite bombardiert werden, und zwar nicht von bewaffneten Gruppen“, sagte Petro während einer öffentlichen Kabinettssitzung. Er habe den US-Präsidenten Donald Trump um Vermittlung gebeten. Er wolle keinen Krieg gegen Ecuador führen.
Die Beziehungen zwischen den beiden südamerikanischen Ländern sind angespannt, seitdem Ecuadors Präsident Daniel Noboa im Januar einseitig einen Strafzoll von 30 Prozent auf kolumbianische Produkte ankündigte. Noboa wirft der kolumbianischen Regierung vor, zu wenig gegen die Produktion und den Handel von Drogen zu unternehmen und begründet die Maßnahme damit. Kolumbiens Regierung reagierte ihrerseits mit Strafzöllen und stoppte den Export von Strom ins südliche Nachbarland.
Drogenmafia in beiden Ländern aktiv
Tatsächlich hat die Drogenmafia, die davor vor allem in Kolumbien aktiv war, ihre Aktivitäten vor einigen Jahren nach Ecuador ausgeweitet. Seitdem haben Unsicherheit und Gewalt in einigen Regionen massiv zugenommen. Drogenbanden, die in Kolumbien Kokain produzieren und über ecuadorianische Häfen nach Europa und in die USA vertreiben, führen in beiden Ländern Krieg gegen den Staat.
Erst am Sonntag verhängte die Regierung Ecuadors in mehreren Provinzen eine nächtliche Ausgangssperre. Zusammen mit den USA initiierte das Land eine gemeinsame Militäroffensive zur Bekämpfung bewaffneter Gruppen. Der kolumbianische Staat wird seit Jahrzehnten von den USA im Kampf gegen die Drogenmafia unterstützt.