Tschad: Tote nach Drohnenangriff aus dem Sudan

Der Sudan-Krieg weitet sich auf den Tschad aus. Bei einem Drohnenangriff auf die Stadt Tiné sind mindestens 17 Menschen getötet worden.

Dakar, N'Djamena - Im Tschad sind 17 Menschen durch einen Drohnenangriff aus dem Sudan getötet worden. Bei der Bombardierung des grenznahen Ortes Tiné am Mittwochnachmittag seien zudem mehrere Menschen verletzt worden, berichtete das Nachrichtenportal „Tchadfnfos“ am Donnerstag unter Berufung auf eine Regierungserklärung. Der Angriff sei trotz mehrfacher Warnungen an die Konfliktparteien im Sudan und der Schließung der Grenze erfolgt.

Laut dem französischen Auslandssender RFI wird die Drohne der sudanesischen Miliz RSF zugeschrieben, die seit fast drei Jahren gegen die Armee des Sudan kämpft. Die RSF bestreite jedoch die Verantwortung für den Drohnenangriff. Der Sprecher der tschadischen Regierung, Gassim Chérif Mahamat, sagte RFI, noch sei nicht klar, wer für den Angriff verantwortlich ist, die Ermittlungen liefen noch. Präsident Mahamat Idriss Déby befahl den Berichten zufolge, „ab dieser Nacht nach jedem Angriff aus dem Sudan zurückzuschlagen“.

Grenzregion im Sudan fast vollständig unter RSF-Kontrolle

Der Machtkampf zwischen der RSF und der Armee hat im Sudan eine der größten Vertreibungs- und Hungerkrisen weltweit ausgelöst. Das Land liegt in weiten Teilen in Trümmern, Zehntausende Menschen wurden getötet, über 13 Millionen sind auf der Flucht, fast 34 Millionen brauchen laut den Vereinten Nationen Hilfe zum Überleben.

Immer wieder wird in dem Konflikt auch das Hoheitsgebiet des Tschads verletzt. Aufgrund anhaltender Angriffe sei der Tschad dabei, seine Verteidigungs- und Sicherheitskräfte so zu positionieren, „dass sie ihr Recht auf Gegenangriff im Rahmen des Völkerrechts ausüben können“, sagte Regierungssprecher Chérif laut „Tchadinfos“. Auch hatte die Regierung Ende Februar beschlossen, die fast 1.400 km lange Grenze zum Sudan zu schließen.

Die Grenzregion wird auf sudanesischer Seite fast vollständig von der RSF kontrolliert. Seit Februar beherrschen sie auch die Grenzstadt Tina, die lediglich ein zumeist ausgetrocknetes Flussbett von der tschadischen Stadt Tiné trennt.

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