Mexiko-Stadt - Zwei mexikanische Boote mit Hilfsgütern für Kuba sind auf dem Meer verschwunden. Die mexikanische Marine leitete Rettungsmaßnahmen ein, um die beiden Katamarane aufzufinden, die am 21. März von der mexikanischen Isla Mujeres aus in Richtung Havanna in See gestochen waren, wie die lokale Nachrichtenplattform „Estamos Aqui“ berichtet.
Auf den Booten befänden sich neun Besatzungsmitglieder aus Frankreich, Polen und den USA, darunter ein vierjähriger Junge. Unter den Vermissten ist Adnaan Stumo, der maritime Koordinator des „Unser Amerika“-Konvois nach Kuba, mit dem Aktivisten Solarmodule, Batterien, medizinische Hilfsgüter und Lebensmittel auf die Insel bringen.
Koordinator hielt Abfangen durch die USA für denkbar
Der US-Amerikaner Stumo hatte vor der Abfahrt erklärt, es bestehe die Möglichkeit, dass man von den USA abgefangen werde. Er hielt das Risiko jedoch für minimal und beteuerte, dass Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden seien. Die Ankunft der beiden Segelschiffe auf der Karibikinsel war für Dienstag oder Mittwoch erwartet worden, doch der Kontakt zu ihnen brach ab, und bislang fehlt jede Spur.
Am Dienstag hatte das Flaggschiff der Flottille mit 33 Tonnen Hilfsgütern an Bord in der kubanischen Hauptstadt Havanna angelegt. Die zivilgesellschaftliche Initiative hat sich zum Ziel erklärt, die politische und wirtschaftliche Blockade der USA zu durchbrechen. Kuba hat seit dem 9. Januar kein Öl mehr importiert. An diesem Tag erfolgte die letzte Lieferung aus Mexiko, bevor das Land unter dem Druck des US-Präsidenten Donald Trump seine Kraftstofflieferungen nach Kuba eingestellt hat. Kuba verfügt zwar als eines der wenigen karibischen Länder über eine eigene Erdölindustrie, fördert jedoch nur rund 40 Prozent des Eigenbedarfs.