Dortmund. Die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) kritisiert mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten Kapitalinvestments in die Rüstungsindustrie. Kirchliche Investoren dürften nicht von Kriegsgewinnen durch hohe Dividenden und Aktienkursgewinne profitieren und an Rüstungsunternehmen beteiligt sein, erklärte der Vorstandsvorsitzende Ekkehard Thiesler am Dienstag in Dortmund. „Für uns gilt eindeutig: keine Beteiligung an Unternehmen der Waffen- und Rüstungsindustrie.“
Verteidigung sei Aufgabe des Staates, nicht der Finanzmärkte oder nachhaltiger Anlegerinnen und Anleger, erklärte die kirchliche Genossenschaftsbank. Rüstungsgüter verursachten Zerstörung, Leid und massive Umweltschäden, das stehe im Widerspruch zu den sogenannten ESG-Kriterien zur Bewertung der Nachhaltigkeit und ethischen Verantwortung von Unternehmen.
Dem Erbe der Friedensbewegung verpflichtet
Waffen könnten auch in falsche Hände geraten und für Angriffskriege oder gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt werden, warnte die KD-Bank. Die Rüstungsbranche agiere zudem häufig in intransparenten Strukturen, etwa über Auslandstöchter und komplexe Lieferketten. Rüstungsinvestments gefährdeten damit die Glaubwürdigkeit nachhaltiger Geldanlagen. „Wer nachhaltig investiert, erwartet klare ethische Maßstäbe“, sagte Thiesler. „Diese würden durch Investitionen in Rüstung verwässert.“
Mit Blick auf die am Donnerstag beginnenden Ostermärsche von Friedensaktivisten verwies Thiesler auf den prominentesten Gründer der KD-Bank, Pastor Martin Niemöller (1892-1984). Der Theologe war erster Vorstandsvorsitzender der früheren Münsteraner Kirchenbank und wandte sich später als führender Vertreter der Bekennenden Kirche gegen den Nationalsozialismus. Niemöller habe sich früh in der Friedensbewegung engagiert und 1958 am ersten Ostermarsch in England teilgenommen. „Diesem Erbe sehen wir uns bis heute verpflichtet“, betonte der Kirchenbankchef.