Im Norden Mosambiks verbreiten radikalislamische Gruppen Angst und Schrecken. Die Armee versucht, die islamistische Gewalt zu bekämpfen, und hat unter anderem Bewegungseinschränkungen an der Küste verhängt.
Die Zahl der getöteten Fischer sei nicht klar, erklärte HRW. Ein lokaler Journalist habe von einer unbestimmten Zahl junger Männer gesprochen, die im Morgengrauen in See gestochen und von der Marine beschossen worden seien. Ein Angehöriger berichtete von 13 Toten. Zudem seien weitere Fischer verletzt worden.
Gefangen zwischen Krieg und Hunger
Die Menschen an der Küste lebten vom Fischfang und seien auf den Zugang zum Meer angewiesen, erklärte die Mosambikexpertin von HRW, Sheila Nhancale. Sie forderte Druck von der internationalen Gemeinschaft, damit die Regierung in Mosambik die Fälle aufklärt, die betroffenen Familien entschädigt und Gerechtigkeit herstellt. Die Zivilisten in der Region seien nicht nur seit 2017 den tödlichen Angriffen bewaffneter Rebellen ausgesetzt, sondern auch der Gewalt durch staatliche Sicherheitskräfte, kritisierte HRW.
Nach Angaben des Konfliktbeobachtungsinstituts Acled sind seit 2024 mehr als 70 Fischer von der mosambikanischen Marine getötet worden. "Sie sind gefangen zwischen Konflikt und Hunger”, sagte Borges Nhamirre vom südafrikanischen Institut für Sicherheitsstudien. Mehr als 6500 Zivilisten sind im Konflikt getötet worden, Millionen wurden vertrieben.