Der Krieg steigert die Medikamentenpreise, das erschwert Hilfe

Tönisvorst. Das Gesundheitshilfswerk action medeor warnt angesichts des andauernden Nahostkriegs vor starken Kostensteigerungen bei Medikamenten und humanitären Hilfsleistungen. Die Organisation verzeichnet vor allem für lebenswichtige Basismedikamente, die in der humanitären Hilfe benötigt werden, deutliche Preissteigerungen, wie ihre Vorständin Angela Zeithammer am Dienstag erklärte. Betroffen seien sowohl PVC- und Aluminiumfolien für Blisterverpackungen als auch Wirkstoffe. Bei Paracetamol liege die Kostensteigerung bei fast 40 Prozent.

Die gestiegenen Gas- und Ölpreise infolge des Krieges zwischen Iran, Israel und den USA verteuerten die Produktion und den Transport lebenswichtiger Medikamente empfindlich, sagte Zeithammer. Solche Preisschocks wirkten sich in ärmeren Ländern sofort auf die Verfügbarkeit von Medikamenten im Ganzen aus. „Sie sind dann für viele Menschen schlicht nicht mehr erhältlich, weil sie niemand mehr bezahlen kann“, warnte Zeithammer.

Höhere Energiepreise verteuern auch Lebensmittel

In stark importabhängigen Ländern wie Afghanistan und Somalia hätten gestiegene Transportkosten auch Auswirkungen auf die Versorgungslage mit Lebensmitteln, mahnte Zeithammer. Somalia beispielsweise müsse mehr als 90 Prozent seiner lebenswichtigen Güter importieren. „Die Vereinten Nationen sprechen bereits jetzt von einer Verdopplung der Transportkosten für humanitäre Lieferungen in Somalia aufgrund des Nahost-Kriegs.“ Stark gestiegene Lebensmittelpreise verschärften auf den Märkten eine durch Dürre ausgelöste Hungerkrise.

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