Rom/Castel Gandolfo. Papst Leo XIV. hat die Hoffnung formuliert, dass US-Präsident Donald Trump im Iran-Krieg nach einem Ausweg sucht. „Hoffentlich sucht er nach einem Weg, die Gewalt und die Bombardierungen zu verringern“, sagte Leo am Dienstagabend vor der päpstlichen Residenz in Castel Gandolfo zu Journalisten. Dort verbringt er regelmäßig am Anfang der Woche eine Auszeit. Er bete dafür, dass der Krieg vor Ostern ende, sagte der Papst.
Ihm sei berichtet worden, dass Trump kürzlich erklärt habe, er wolle den Krieg beenden, sagte Leo. Der aus den USA stammende Papst appellierte erneut an die Staats- und Regierungschefs der Welt, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und miteinander zu sprechen: „Lasst uns nach Lösungen für die Probleme suchen. Lasst uns nach Wegen suchen, die Gewalt zu verringern, die wir gerade schüren.“
Der Papst will das Kreuz an Karfreitag selbst tragen
Bereits am Sonntag hatte Leo XIV. zum Beginn der Osterfeierlichkeiten eindringlich zum Frieden aufgerufen. Niemand könne Gott, der den Krieg ablehnt, dazu benutzen, Krieg zu rechtfertigen, hatte der Papst in seiner Predigt zum Palmsonntag gesagt. Den US-Präsidenten erwähnte er darin nicht namentlich.
Mit der Palmsonntagsmesse auf dem Petersplatz hatte das erste Osterfest im Pontifikat von Papst Leo XIV. begonnen. Am Dienstag gab die Pressestelle des Vatikans bekannt, dass Leo am Karfreitag beim Kreuzweg am Kolosseum in Rom das Kreuz an allen 14 Stationen selbst tragen werde. Der Papst sei „ein geistlicher Führer in der heutigen Welt, eine Stimme, die sagt, dass Christus auch heute noch leidet. Und auch ich trage all dieses Leid in meinen Gebeten mit“, sagte Leo in Castel Gandolfo zu diesem unüblichen Vorhaben.
Die Texte für die Meditationen über den Leidensweg Jesu hat der italienische Pater Francesco Patton verfasst. Auch das teilte der Vatikan am Dienstag mit, den Inhalt wolle man an Karfreitag gegen Mittag veröffentlichen. Patton war von 2016 bis 2025 Kustos des Heiligen Landes und lebt aktuell in Jordanien.